Österreichs Unternehmen bleiben mit schwacher Industriekonjunktur und geopolitischen Risiken konfrontiert
- Weltwirtschaft wächst 2026 um 2,6 Prozent, 2027 um 2,8 Prozent
- Eurozone kommt 2026 nur auf 1,0 Prozent Wachstum
- Europäische Gaspreise bleiben vorerst hoch
- Welthandel wächst 2026 um 4,0 Prozent, stark getragen durch KI
- Unternehmensinsolvenzen bleiben in Österreich auf hohem Niveau
Wien, 30. September 2026 – Die Weltwirtschaft zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen widerstandsfähig, doch für Europas Unternehmen bleibt das Umfeld herausfordernd.
Der aktuelle Economic Outlook 2026–2028 von ACREDIA und Allianz Trade sieht vor allem drei Risikofaktoren: hohe Energiepreise, steigende Finanzierungskosten und Unsicherheiten rund um den weiteren KI-Investitionsboom. Das globale Wirtschaftswachstum dürfte sich von 3,0 Prozent im Jahr 2025 auf 2,6 Prozent 2026 abschwächen. 2027 wird eine leichte Erholung auf 2,8 Prozent erwartet. Die Eurozone wächst 2026 hingegen nur um 1,0 Prozent.
Österreich spürt Europas schwache Dynamik
Für die exportorientierte österreichische Wirtschaft ist insbesondere die verhaltene Entwicklung in Europa und beim wichtigen Handelspartner Deutschland relevant. Neben der schwachen Industriekonjunktur sorgen hohe Energie- und Finanzierungskosten für zusätzlichen Druck. „Für österreichische Unternehmen bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Hohe Energie- und Finanzierungskosten sowie geopolitische Unsicherheiten belasten Margen und Investitionen. Umso wichtiger ist es, die Bonität von Geschäftspartnern laufend im Blick zu behalten und Forderungsrisiken frühzeitig abzusichern“, sagt Michael Kolb, CEO der ACREDIA Group.
Energie und Zinsen bleiben Belastungsfaktoren
ACREDIA und Allianz Trade erwarten für das vierte Quartal 2026 europäische Gaspreise von durchschnittlich rund 65 Euro je Megawattstunde. Erst 2027 wird mit einer Entspannung auf rund 36 Euro/MWh gerechnet. Gleichzeitig bleibt die Inflation länger erhöht. Bis Jahresende wird mit einem EZB-Einlagensatz von 3,0 Prozent gerechnet. Damit bleiben sowohl die Produktions- als auch die Finanzierungskosten für Unternehmen hoch – eine Kombination, die insbesondere für kapital- und energieintensive Branchen herausfordernd ist.
Welthandel: KI treibt Wachstum
Der globale Warenhandel soll 2026 um 4,0 Prozent wachsen. Wesentlicher Treiber ist die KI-bezogene Nachfrage, während geopolitische Spannungen und Handelskonflikte die Entwicklung bremsen. Für 2027 und 2028 erwarten ACREDIA und Allianz Trade nur noch jeweils 2,9 Prozent Wachstum. Für österreichische Exporteure ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Neue Wachstumsfelder rund um KI, Digitalisierung und Infrastruktur treffen auf ein weiterhin volatiles internationales Umfeld.
Insolvenzen bleiben auf hohem Niveau
Die wirtschaftliche Belastung zeigt sich auch bei den Unternehmensinsolvenzen. In den ersten drei Quartalen 2026 wurden in Österreich 5.139 Firmeninsolvenzen gezählt. Das entspricht einem leichten Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und durchschnittlich rund 19 Insolvenzen pro Tag. Zu den besonders betroffenen Branchen zählen Handel, Bau sowie Gastronomie und Beherbergung. Für das Gesamtjahr erwarten ACREDIA und Allianz Trade dennoch eine leichte Entspannung: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Österreich dürfte 2026 um 5 Prozent und 2027 um weitere 9 Prozent zurückgehen. Trotz dieser erwarteten Trendwende bleibt das Insolvenzgeschehen auf einem hohen Niveau.
„Unternehmen können geopolitische Konflikte oder Energiepreise nicht beeinflussen. Sie können aber ihre Risiken aktiv steuern. Wer Geschäftspartner laufend beobachtet, Forderungen absichert und neue Märkte gezielt erschließt, schafft sich auch in einem schwierigen Umfeld Handlungsspielraum“, so Michael Kolb.
Studie
Die vollständige Studie finden Sie beigefügt und hier: LINK
Rückfragehinweis:
Stefan Lindlbauer, Head of Marketing, Communications & Digital
ACREDIA Group Tel.: +43 (0)5 01 02-2150, E-Mail: stefan.lindlbauer@acrediagroup.com
Über die Acredia-Gruppe
Die ACREDIA Group ist internationaler Kreditversicherer mit Sitz in Wien und Teil des globalen Netzwerks von Allianz Trade, dem Weltmarktführer in der Kreditversicherung. Als führender Kreditversicherer in Österreich schützt ACREDIA Unternehmen im In- und Ausland zuverlässig vor Zahlungsausfällen und unterstützt sie im professionellen Liquiditäts- und Risikomanagement.
Mit einem abgesicherten Forderungsvolumen von mehr als 35,7 Milliarden Euro und einem Umsatz von rund 84,7 Millionen Euro im Jahr 2025 steht ACREDIA für Stabilität, internationale Vernetzung und fundierte Risikokompetenz.
Neben Österreich ist ACREDIA in Slowenien, Kroatien sowie weiteren Märkten Südosteuropas tätig und begleitet Unternehmen regional wie international bei der sicheren Entwicklung ihrer Geschäfte. Anteilseigner der ACREDIA Group sind die Oesterreichische Kontrollbank AG und Allianz Trade.
Weitere Informationen unter: www.acrediagroup.com


