Eine Studie von ACREDIA und Allianz Trade zeigt, dass die tatsächliche Schuldenlast im Schnitt fast 150 Prozent höher liegt und die modellierte Kreditqualität um bis zu zwei Ratingstufen sinkt
- Außerbilanzielle Verpflichtungen der acht führenden US-Technologiekonzerne steigen binnen eines Jahres von 573 Milliarden auf rund 2,6 Billionen US-Dollar
- Langfristige Verschuldung wächst im selben Zeitraum um 86 Prozent
- Bei vollständiger Berücksichtigung der Verpflichtungen erhöht sich die Schuldenlast im Durchschnitt um fast 150 Prozent
- Größtes Risiko liegt weniger in unmittelbaren Ausfällen als in sinkenden Marktwerten der Anleihen
Wien, 11. September 2026 - Der weltweite Ausbau künstlicher Intelligenz wird zunehmend mit langfristigen Schulden und Verpflichtungen finanziert. Eine aktuelle Studie von ACREDIA und Allianz Trade zeigt, wie stark sich die Finanzierungsstruktur der acht führenden US-Technologiekonzerne innerhalb eines Jahres verändert hat. Ihre langfristige Verschuldung stieg um 86 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die außerbilanziellen Verpflichtungen vor allem für Rechenzentren, Energieversorgung und KI-Infrastruktur von 573 Milliarden auf rund 2,6 Billionen US-Dollar.
Diese Verpflichtungen sind in den veröffentlichten Bilanzen bislang nur teilweise sichtbar. Werden sie in die Analyse einbezogen, liegt die tatsächliche Schuldenlast der Unternehmen im Durchschnitt fast 150 Prozent über dem bisher ausgewiesenen Niveau. In der Modellrechnung verschlechtert sich die Kreditqualität dadurch um ein bis zwei Ratingstufen.
„Die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur binden die Unternehmen über viele Jahre. Für eine realistische Bonitätsbeurteilung reicht daher der Blick auf die ausgewiesenen Schulden allein nicht mehr aus. Langfristige Verträge für Rechenzentren, Energie und Lieferleistungen können Schritt für Schritt zu tatsächlichen Verbindlichkeiten werden und müssen in der Risikoanalyse mitgedacht werden“, sagt Michael Kolb, CEO der ACREDIA Group.
Kapitalmärkte berücksichtigen die Belastungen erst teilweise
Die Kapitalmärkte haben bereits auf die wachsenden Verpflichtungen reagiert. Die Risikoprämien großer Technologieunternehmen haben sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Nach Einschätzung der Studie bildet dieser Anstieg die zusätzlichen Belastungen jedoch erst teilweise ab. Die Spreads dürften sich daher weiter ausweiten. Als wichtiger Risikoindikator zeigen sie, wie Anleger die Kreditwürdigkeit der Unternehmen bewerten: Steigende Spreads signalisieren eine höhere Risikowahrnehmung der Anleger. Kreditanleger partizipieren nicht an möglichen Gewinnen aus KI sondern tragen das Risiko – bei noch relativ geringen Risikoprämien.
Ausfallrisiko bleibt gering
Das unmittelbare Ausfallrisiko der großen Tech-Konzerne bleibt trotz der höheren Belastung niedrig. Größer ist das Risiko, dass eine anhaltende Ausweitung der Spreads zu weiteren Kursverlusten bei Anleihen und zu einer schrittweisen Neubewertung der Bonität durch die Kapitalmärkte führt.
„Für Investoren liegt die zentrale Gefahr derzeit nicht in einem kurzfristigen Ausfall, sondern in einer fortgesetzten Neubewertung. Wenn sich Spreads weiter ausweiten, sinken die Marktwerte der Anleihen, auch wenn die Unternehmen ihre Verpflichtungen weiterhin erfüllen. Neben klassischen Schulden müssen deshalb auch langfristige Infrastruktur- und Lieferverträge konsequent berücksichtigt werden“, betont Kolb.
Hohe Relevanz für die österreichische Wirtschaft
Für die österreichische Wirtschaft sind die Ergebnisse besonders relevant. Viele Unternehmen sind auf die Infrastruktur der großen US-Technologieanbieter angewiesen und planen zugleich selbst milliardenschwere Investitionen in künstliche Intelligenz.
Studie
Die vollständige Studie finden Sie beigefügt und hier: LINK
Rückfragehinweis:
Stefan Lindlbauer, Head of Marketing, Communications & Digital
ACREDIA Group Tel.: +43 (0)5 01 02-2150, E-Mail: stefan.lindlbauer@acrediagroup.com
Über die Acredia-Gruppe
Die ACREDIA Group ist internationaler Kreditversicherer mit Sitz in Wien und Teil des globalen Netzwerks von Allianz Trade, dem Weltmarktführer in der Kreditversicherung. Als führender Kreditversicherer in Österreich schützt ACREDIA Unternehmen im In- und Ausland zuverlässig vor Zahlungsausfällen und unterstützt sie im professionellen Liquiditäts- und Risikomanagement.
Mit einem abgesicherten Forderungsvolumen von mehr als 35,7 Milliarden Euro und einem Umsatz von rund 84,7 Millionen Euro im Jahr 2025 steht ACREDIA für Stabilität, internationale Vernetzung und fundierte Risikokompetenz.
Neben Österreich ist ACREDIA in Slowenien, Kroatien sowie weiteren Märkten Südosteuropas tätig und begleitet Unternehmen regional wie international bei der sicheren Entwicklung ihrer Geschäfte. Anteilseigner der ACREDIA Group sind die Oesterreichische Kontrollbank AG und Allianz Trade.
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